[Pressemitteilung] Schülerdemo in Duisburg

Etwa 300 Schüler versammelten sich am Samstag, den 21.März, bei strahlender Sonne auf dem Duisburger Bahnhofsvorplatz um gemeinsam gegen die aktuellen Missstände im Bildungsbereich zu protestieren. Unter dem Motto „Bildung statt Banken“ fand die lautstarke Demonstration der Schülerbündnisse Duisburg und Essen statt.

„Jeden Tag erleben wir in der Schule die katastrophalen Auswirkungen der „Sparpolitik“, welche seit Jahren von unseren Politikern im Bildungsbereich praktiziert wird.“ erklärt Lukas Wolf, Pressesprecher der Demo. „Zu wenig Lehrer und dadurch überfüllte Klassen, heruntergekommene Schulgebäude und psychischer Druck aufgrund von Lernstress führen zu Frustration. Da ist es umso unverschämter, dass plötzlich hunderte Milliarden Euro in marode Banken investiert werden“

Während der friedlichen Demonstration wurden unter anderem Reden gehalten, Sitzblockaden eingerichtet und mit Sprechchören, wie zum Beispiel „Bildung für alle, und zwar umsonst!“, „Bei den Banken sind sie fix, für die Bildung tun sie nichts“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“, auf die Missstände aufmerksam gemacht.

Bundesweit hatten bereits im Mai und November letzten Jahres Bildungsproteste stattgefunden. Zum Auftakt der anstehenden Aktionswoche im Juni 2009 mobilisieren die beiden Streikbündnisse ruhrgebietsweit.

[Bilder] Straßentheater für Bildung

Straßentheater

Straßentheater

(mehr…)

[Pressemitteilung] Straßentheater für bessere Bildung

Das Essener SchülerInnenbündnis veranstaltet gemeinsam mit dem Duisburger SchülerInnenbündnis am Samstag, den 7. März 2009, um 13 Uhr ein Straßentheater am Willy-Brandt-Platz in der Essener Innenstadt.
Etwa 20 verkleidete Schülerinnen und Schüler wollen mit Hilfe von Papiergeldscheinen und selbst gebastelten Schildern etwa 30 Minuten lang die vorbeigehenden Passanten unterhalten und auf ihre Forderungen aufmerksam machen.
„Wir wollen verdeutlichen, dass es schon seit Jahren an Geld im Bildungsbereich mangelt. Das nötige Geld dafür ist da, wie die jüngsten Konjunkturpakete zeigen, die Frage ist nur wer es bekommt“ sagt Lara Turek, BezirksschülerInnensprecherin in Essen.
„Investitionen im Bildungsbereich sind überfällig. Sie könnten beispielsweise endlich für eine tatsächliche Lehr- und Lernmittelfreiheit, mehr Lehrer und somit kleinere Klassen sorgen“ ergänzt Dirk Possenau vom Essener SchülerInnenbündnis.
Das Straßentheater soll außerdem auf die nächste große Aktion der beiden SchülerInnenbündnisse aufmerksam machen, eine ruhgebietsweite Demonstration am 21.03.09 in Duisburg unter dem Motto „Bildung statt Banken“. (Mehr Infos dazu unter http://bildungstattbanken.blogsport.de/)

Wir würden uns freuen, wenn Sie als regionale Presse von unserem Straßentheater berichten.

Hintergrundinformationen:
Das Essener SchülerInnenbündnis ist ein Bündnis welches sich im Rahmen der bundesweiten Schulstreikbewegung gegründet hat. Am 13.12. veranstaltete das Bündnis einen School Action Day der in einer Demonstration vor dem Rathaus endete und an dem während der Schulzeit bis zu 1500 Schülerinnen und Schüler teilnahmen.

Bildung statt Banken – Bildungsblockaden einreißen!

21.03. um 13 Uhr, Bahnhofsvorplatz in Duisburg

Jeden Tag erleben wir in der Schule die katastrophalen Auswirkungen der „Sparpolitik“, welche seit Jahren von unseren Politikern im Bildungsbereich praktiziert wird.

Dadurch das viel zu wenige LehrerInnen in den Schulen eingestellt werden, müssen wir in viel zu großen und überfüllten Klassen lernen. Zudem sind viele Schul- und Lerngebäude längst baufällig, marode und verwahrlost. Die Renovierung solcher Schulen wird aber meist als zu teuer und nicht notwendig abgetan. Genauso werden Kosten für Bücher, Kopien und Klassenfahrten rücksichtslos auf die Eltern abgewälzt. Auch durch die Umstrukturierung von Halbtags- zu Ganztagsschulen kommen weitere Kosten für das Mittagessen auf die Eltern zu, denn diese werden nicht von den Kommunen übernommen, sondern müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Durch die Einführung der Studiengebühren wird vielen SchülerInnen, vor allem aus ärmeren Verhältnissen, die Chance auf ein Studium genommen. Das kostspielige Studium führt dazu, dass immer mehr AbiturientInnen auf den Ausbildungsmarkt drängen und verschärfen so die Konkurrenz um die Ausbildungsplätze.

All diese Missstände werden uns täglich zugemutet und Forderungen nach mehr Geld für Bildung mit dem Argument, dass der Staat kein Geld hätte abgetan. Doch noch im selben Atemzug werden hunderte von Milliarden ohne lange zu zögern in marode Banken gepumpt um diese vor der selbst verschuldeten Insolvenz zu bewahren.

Der Druck auf Schülerinnen und Schüler wird immer weiter erhöht. Durch die Schulzeitverkürzung (G8), dass so genannte Turbo-Abitur, wird den SchülerInnen ein Lernjahr genommen, um sie früher auf den Arbeitsmarkt zu schicken und sie für die Wirtschaft zugänglich zu machen. Die Selektion der SchülerInnen nach der 4. Klasse, in Gymnasium, Haupt- und Realschule, die verpflichtend durch die KlassenlehrerInnen durchgeführt wird, dient einzig und allein der Bildung einer kleinen Elite und einer breiten Masse von billigen LohnarbeiterInnen.

Auch die Wiedereinführung der Kopfnoten ist ein weiteres Selektionsmittel für die Wirtschaft und deren Auswahlverfahren. Hier sollen diejenigen SchülerInnen herausgefiltert werden, die ihre Individualität ausleben und somit nicht in das Bild eines folgsamen Schülers passen. So wird das primäre Ziel von Schule (Vermittlung von Bildung) durch Ziele und Interessen der Wirtschaft ersetzt. Durch Lernstandserhebungen und zentrale Abschlussprüfungen sollen SchülerInnen gleich geschaltet und für die Wirtschaft vergleichbar gemacht werden.

Deshalb wollen wir mit einer lautstarken und ruhrgebietsweiten SchülerInnendemonstration zeigen, dass wir uns die Missstände des deutschen Bildungssystems nicht länger bieten lassen.

Beteiligt euch an unserer Demonstration gegen das marode Bildungssystem und kommt am 21.03. um 13 Uhr zum Bahnhofsvorplatz in Duisburg.

Wir verstehen unseren Kampf um ein besseres Bildungssystem als antirassistisch. Faschisten, Sexisten und Rassisten jeder Art werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Des weiteren bitten wir den Wunsch der SchülerInnenbündnisse zu respektieren weder Partei- noch Nationalfahnen mitzubringen.

Wir fordern:

  • Vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit, Abschaffung von Studiengebühren
  • Abschaffung von Kopfnoten
  • Abschaffung von zentralen Prüfungen
  • Keine Benachteiligung von MigrantInnen
  • Keinerlei Privatisierung und Sponsoring
  • Mehr LehrerInnen und kleinere Klassen